Organspende

Infografik: Ablauf einer Organspende

Der Ablauf einer Organspende ist sehr komplex. Insbesondere, weil verschiedene Instanzen an dem Prozess beteiligt und im Vorfeld eine ganze Reihe medizinischer Untersuchungen notwendig sind. Eine sorgfältige Organisation sämtlicher Abläufe ist daher besonders wichtig.

 

Tatsächlich tritt der Hirntod nur ganz selten vor dem Herzstillstand ein, sodass eine Organspende überhaupt in Frage kommt.

 

Krankheit oder Unfall mit schwerer Hirnschädigung 

Im Falle eines Unfalls erhält ein Mensch schnellst- und bestmöglich die nötige medizinische Versorgung. Für die Rettungsteams, Notärzte und Intensivmediziner steht an erster Stelle, das Leben des Patienten zu retten. Selten, zum Beispiel bei einer Hirnblutung, kommt es zur massiven Hirnschädigung mit Todesfolge.


Todesfeststellung

Voraussetzung für eine Organspende ist der Hirntod: Mit dem unumkehrbaren, endgültigen Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, Kleinhirns und des Hirnstamms gilt ein Mensch nach neurologischen Kriterien als tot. Zwei voneinander unabhängige, qualifizierte Ärzte stellen den Hirntod fest. Dabei sind spezielle Richtlinien der Bundesärztekammer zu beachten. An der Organentnahme oder -transplantation dürfen beide nicht beteiligt sein.

 

Meldung des Spenders an die DSO

Der potenzielle Spender wird nun an die DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) gemeldet. Die bundesweite Koordinierungsstelle ist bei sämtlichen Fragen zur Organspende Ansprechpartner für die Krankenhäuser, insbesondere im Falle einer bevorstehenden Organspende.

Wie aufwendig die Organisation einer Organspende ist, erzählt Daniel Schrader, Organspendekoordinator am Uniklinikum Düsseldorf, im Interview.

Angehörigengespräch

Sofern ein Patient seine Bereitschaft zur Organspende zu Lebzeiten nicht schriftlich festgehalten hat, werden die Angehörigen gebeten, im Sinne des Verstorbenen zu entscheiden.


Julia-Katharina Lobsch und ihre Familie kamen 2016 in die Situation, als Patenonkel Stefan eine Hirnblutung erlitt.

Medizinische Untersuchung des Verstorbenen

Zum Schutz des Organempfängers wird vor der Entnahme zunächst geprüft, ob sich die Organe für eine Transplantation eignen. Zudem werden die für die Vermittlung und Transplantation entscheidenden medizinischen Daten erhoben.

 

Übertragung von Daten zur Organvermittlung an Eurotransplant 

Die Laborwerte und Angaben zum Spender werden anschließend durch die DSO an Eurotransplant übermittelt. Die Organisation Eurotransplant verantwortet wiederum die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern. Die Daten des Spenders werden mit den Daten sämtlicher Wartelistenpatienten abgeglichen, um den passenden Organempfänger zu bestimmen. Entscheidend sind vor allem Kriterien wie Dringlichkeit, Erfolgsaussichten, Blutgruppe oder Alter. Denn Organvergabe ist kein Glücksspiel.

Organentnahme

Grundsätzlich können Herz, Leber, Lunge, Nieren, Darm und Pankreas gespendet werden. Die Organentnahme erfolgt in einem hierfür zugelassenen Krankenhaus, denn nicht jede Klinik verfügt über die räumliche und personelle Ausstattung, diesen Eingriff durchzuführen. Es werden keine Organe entnommen, die sich ohnehin nicht für eine Transplantation eignen. Nach der Entnahme werden die Operationsschnitte verschlossen und der Verstorbene würdig übergeben, sodass die Angehörigen Abschied nehmen können.

 

Transport der Organe

Nach der Entnahme bleibt nicht viel Zeit bis zur Transplantation, da die Organe nun von der Sauerstoffversorgung des Körpers getrennt sind. Je kürzer der Transportweg, desto besser. Herz und Lunge müssen innerhalb von maximal 6 Stunden transplantiert werden, Leber und Pankreas innerhalb von 12 und eine Niere innerhalb von 24 Stunden.

 

Transplantation

Im Transplantationszentrum wurde der Organempfänger schon auf den Eingriff vorbereitet und das Transplantationsteam steht bereit.

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