Organspende

Organspendezahlen: Positive Entwicklung

Im Januar und Februar dieses Jahres verzeichnete die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) einen Anstieg der Organspendezahlen um 30 Prozent, was sicher auch auf die Diskussionen rund um die Widerspruchslösung zurückgeführt werden kann. Mit Beginn der ersten Corona-Welle im März gab es dann jedoch wieder einen Rückgang.

 

Insgesamt hat sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr aber verbessert: Im Zeitraum zwischen Januar und Oktober 2020 wurden 793 postmortale Organspender erfasst und damit 2,3 Prozent mehr als noch in 2019.

 

Die Nachbarländer verzeichnen teilweise einen deutlichen Rückgang, in Spanien liegt dieser beispielsweise bei 70 Prozent.

 

Die in 2019 eingeführten gesetzlichen Neuregelungen bei der Organspende und der Transplantationsmedizin haben hier in Deutschland einen positiven Einfluss auf die Rolle der Transplantationsbeauftragten in den Kliniken. So können potenzielle Organspender mit primärer oder sekundärer Hirnschädigung schneller und häufiger erfasst werden. Im Rahmen einer Todesfallanalyse muss mittlerweile festgehalten werden, warum eine Organspende gegebenenfalls nicht zustande kam.

 

Seit Anfang September 2020 gibt es außerdem eine neue Richtlinie der Bundesärztekammer zur Spendererkennung. Hier liegt der Fokus auf einer frühzeitigen Beachtung und Umsetzung des Patientenwillens. Das bedeutet, dass der Organspendewunsch vor Einleitung therapiebegrenzender Maßnahmen erkundet werden muss, damit diesem auch entsprochen werden kann. Dies erfordert die kontinuierliche Sensibilisierung aller Ärzte auf den Intensivstationen.

 

Ist der Patientenwille nicht bekannt, obliegt die Entscheidung den Angehörigen, die leider oft nicht wissen, wie die Verstorbenen zur Organspende standen – weil zu Lebzeiten nie über das Thema gesprochen wurde. Gerade einmal 15 Prozent der an die DSO gemeldeten potenziellen Spender hatten ihre Entscheidung pro Organspende schriftlich dokumentiert.

 

Laut Eurotransplant stehen deutschlandweit noch immer 9.081 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan.

 

Die positiven Entwicklungen der Organspende-Zahlen schenken daher ein wenig Hoffnung und Zuversicht.

 

Weitere Informationen sind auf den Seiten des Ärzteblattes und der FAZ zu finden.

Vorsicht!

Sie nutzen einen alten Browser!
Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser um diese Seite anzuzeigen.